My Heart...

“Jetzt komm endlich, Dan!”, drängelte Jill ihren Freund.
“Ist ja schon gut, mein Gott nochmal!”, grummelte Daniel Radcliffe und kam die Treppe heruntergestolpert.
“Das du immer trödeln musst!”, beschwerte sie
sich.
“Wir gehen auf eine Geburtstagsparty, Jill! Und übrigens zu der, von deiner Freundin Roxanne, die ich sowieso nicht ab kann. Warum muss ich dann mit dahin?”, fragte er genervt.
“Weil du mein Freund bist und ich dich mit dabei haben will! Es wird sicher total lustig.”, grinste sie und küsste ihn.
“So, nun lass uns gehen!”, sie nahm Daniel bei der Hand und zog ihn in Richtung Bushaltestelle.
“Ich versteh echt nicht, warum meine Mum uns nicht hätte fahren können! Ich hasse es im Bus zu sitzen und mich von jedem anstarren zu lassen!”
“Wir sind doch keine Babys mehr, Daniel! Du hast doch deine Capi auf, guck einfach aus dem Fenster und tu so, als würdest du es nicht merken!”, schlug sie vor.
“Ja, Jill, das sagst du so einfach!”
Sie waren gerade an der Haltestelle angekommen, als auch schon der Bus angerauscht kam. Daniel hasste es. Er musste auf eine Geburtstagsfeier von einem Mädchen gehen, welches er arrogant und nervtötend fand und dann auch noch mit dem Bus dorthin fahren, weil seine Freundin darauf bestand.
Zu seinem Glück war der Bus so gut wie leer, nur eine alte Dame saß ganz vorn beim Fahrer und starrte aus der Frontscheibe.
Er und Jill setzten sich auf eine der hinteren Sitzbänke und der Bus fuhr wieder an. Sie mußten nur zehn Minuten fahren, was ein schwacher Trost für Daniel war.
Als der Bus drei Haltestellen weiter anhielt, knallte es einmal und nichts funktionierte mehr.
“Was war das?”, fragte Jill erschrocken.
“Ich werde mal nachsehen!”, erklärte der Busfahrer und stieg aus dem Bus.
Etwa fünf Minuten später kam er mit einem genervten Gesicht zurück.
“Ein Reifen ist geplatzt, zum Glück waren wir grade im Begriff anzuhalten! Das wird wohl noch ein bischen dauern bis es weitergehen kann.”, sagte er und Jill schnaubte.
“Toll!”
“Tja, hätte Mum uns gefahren wäre das nicht passiert!”, sagte Daniel besserwisserhaft und schüttelte den Kopf.
“Dann gehen wir eben zu Fuß weiter, komm!”, sagte Jill und zog ihn aus dem Bus.
Sie gingen noch zehn Minuten durch irgendwelche Straßen Fulhams und kamen dann vor einem kleinen, roten Backsteinhaus zum stehen. Daniel war sich gar nicht sicher, ob hier so viele Leute feiern könnten.
Jill zog ihn zur Haustür und klingelte. Nur ein paar Sekunden später flog sie auf und ein blondes Mädchen stürmte auf sie zu.
“Jill, da bist du ja endlich! Und Dan hast du auch mitgebracht! Na dann kommt mal rein!”, lächelte Roxanne und sah Daniel direkt in die Augen.
Sie wurden durch einen engen, zugestellten Flur in ein kleines Wohnzimmer geführt. Dort waren wohl die Polstermöbel ausquartiert worden und ein langer Esstisch stand in der Mitte des Raumes, umringt von mindestens zwanzig Stühlen. Girlanden hingen an der Decke und der Tisch war reich gedeckt mit Knabberzeugs.
“Setzt euch doch!”, bat Roxy und wuselte nochmal aus dem Zimmer.
“Na ganz toll, wir sind die Ersten!”, grummelte Daniel und setzte sich hin.
“Hör auf zu meckern!”
“Ich frag mich, warum man Ende Juli seinen Geburtstag nicht im Garten, sondern in einem muffeligen Wohnzimmer feiern muss!”
“Oh man, Dan, jetzt hör auf. Versuch wenigstens dich zusammenzureißen!”
Roxy kam zurück und stellte eine Glasschale mit roter Bowle auf den Tisch.
Nach und nach kamen alle Gäste und eine halbe Stunde später saß eine schnatternde Gesellschaft an dem Tisch. Daniel mochte kaum jemanden dieser Leute. Sie waren so hochnäsig und bildeten sich was darauf ein, dass eine Freundin von ihnen mit Daniel Radcliffe liiert war.
“Jill, ich geh mal kurz ein wenig frische Luft schnappen!”, sagte Daniel und stand auf, nachdem er zugehört hatte, wie ein Mädchen namens Lauren ihm großkotzig erzählt hatte, wie sehr ihr sein Hintern im vierten Harry Potter gefallen hatte.
Das war einfach zu viel gewesen und so brauchte er mal kurz eine Minute für sich.
Kaum stand er vor der Haustür und ließ sich auf dem Fußtritt nieder, ging die Tür wieder auf.
“Kannst du mich kurz allein lassen, Jill?”, bat Daniel, ohne sich umzudrehen.
“Jill unterhält sich grad mit Gareth, ich wollte mal mir dir reden!”, sagte zu seiner Verwunderung Roxanne.
“Oh, naja gut, dann schieß mal los!”, sagte Daniel, wärend er weiterhin in Richtung Straße starrte.
“Ich weiß, du wolltest heute eigentlich nicht kommen! Ich kann das gut verstehen, die Leute hier sehen dich als Attraktion an. Ich versteh sie nicht, du bist doch auch nichts Anderes als ein Teenager, nur dass du einer bekannten Romanfigur ein Gesicht gegeben hast.”, sagte sie.
Daniel war so verwundert über diese Aussage, dass er sie verdutzt ansah.
“Ich weiß auch, dass du mich nicht leiden kannst, weil du sicher denkst, ich bin genauso. Aber das ist völlig falsch, musst du wissen! Ich finde, du bist ein sehr netter junger Mann. Du gibst dir Mühe, selbst wenn dir etwas nicht passt. Jill weiß gar nicht, welch ein Glück sie hat.”
Daniel sah sie immer noch schweigend an. Er wusste nicht warum, aber plötzlich fand er Roxy doch nicht mehr so schlimm. Ihm fiel auf, dass er nich nie so wirklich mit ihr geredet hatte, ausser oberflächlich. Sie war nie so gewesen wie alle Anderen. Wenn er in den Raum trat, dann staunten ihn meistens alle an und wollten ihm die Hand schütteln. Doch Roxy nicht, sie begrüßte ihn genauso freundlich wie alle anderen Gäste und behandelte ihn genauso. Warum also hatte er etwas gegen sie?
“Also wenn du nicht mehr bleiben möchtest, geh nur! Jill ist immer so besitzergreifend und will anderen ihren Willen aufzwingen. Du musst nicht bleiben, wenn du das nicht willst!”
“Doch, ich bleibe hier. Weißt du, du hast grad ein sehr leidiges Thema angesprochen. Ich bin nun seit über einem Jahr mit Jill zusammen und die Luft ist einfach raus. Sie schleppt mich überall mit hin und will mich immer ‘vorführen’! Ich bin es leid und denke schon länger darüber nach Schluss zu machen!”, er atmete tief durch.
Das hatte er noch nie laut ausgesprochen, aber es war einfach so. Jill wollte ihm ständig sagen, was er zu tun hatte. Sie klebte ihm ständig am Hintern, sobald er Zuhause war, stand sie vor der Tür. Sobald er Drehpause hatte, klingelte sein Handy und sobald er den Computer angemacht hatte, blinkte sein icq-Fenster orange auf.
Es nervte ihn nur noch und dennoch wollte er sie nicht verletzen. Vielleicht war Roxy ja die richtige Person, um darüber zu reden.
“Ja, sowas dachte ich mir. Wir hatten schon oft Streit, weil sie ständig nur nach ihrer Nase handeln möchte. Kommt weil sie ein Nesthäckchen ist und immer jeden Wunsch erfüllt bekommt. Sie wird dir eine riesen Szene machen, das ist mir jetzt schon klar!”, erklärte Roxy und runzelte die Stirn.
Plötzlich sahen sie sich direkt in die Augen. Ihre Blicke trafen sich wie ein Blitz. Keiner sagte mehr etwas. Sie näherten sich ganz langsam, schlossen die Augen und ehe sie sich versehen hatten, berührten ihre Lippen sich.
Sie küssten sich leidenschaftlich. Das hatte Daniel vermisst. Jill drückte ihm zwar oft einen Kuss auf den Mund, doch Liebe oder Feuer war dahinter nicht mehr zu spüren.
“Na wann kommt ihr denn mal zur…”, hörten sie Jill hinter sich rufen und lösten sich langsam voneinander.
Wie in Trance sahen beide zu der jungen Frau in der Haustür, die sie geschockt ansah.
“WIE KÖNNT IHR NUR?”, schrie sie und kam auf Daniel zu, der schnell aufgestanden war und vor ihr zurückwich.
Sie erhob ihre Hand und wollte ihm gerade eine Ohrfeige geben, doch Daniel reagierte schnell und hielt ihren Arm fest.
“Das wagst du nicht, Jill!”, sagte er ernst und funkelte sie an.
“Wie kannst du meine Frendin küssen? Wie? Ich dachte wir sind zusammen und haben eine schöne Zukunft vor uns!”
“Was? Du hast nicht mal gemerkt, dass du mir auf die Nerven gehst mit deinem Dickkopf? Du küsst mich und ich spüre gar nichts mehr, weil es für dich zur Tagesordnung gehört. Du lässt mir keinerlei Freiraum, egal wo ich bin, immer rufst du an oder stehst vor mir! Ich bin nicht dein Eigentum, Jill Parker!”, brüllte Daniel und drehte sich um.
Er lief zur Straße und machte sich auf den Heimweg, ohne sich umzudrehen.




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