My Heart...

Zu Daniels Glück kam gerade ein Bus in Sicht, als er sich der Haltestelle näherte. Er setzte sich nach ganz hinten und sah aus dem Fenster. Noch nie war er so ausgerastet, weil ihm ein Mädchen so auf den Sender ging. Zu Anfang war Jill eine hübsche, unscheinbare junge Frau. Schlank, schwarze, lange Haare und richtig fesselnde, gründe Augen. Daniel hatte sich sofort in sie verliebt und ehe er sich versah waren sie zusammen. Mir ihr erlebte er sein erstes Mal. Mit ihr hatte er eine schöne Zeit. Aber nach einem halben Jahr wurde diese Beziehung zu einem festen Bestandteil und alles lief immer haargenau so ab, wie Jill es toll fand.
Anfangs konnte Daniel gar nicht anders und las ihr jeden Wunsch von den Augen ab. Doch mit der Zeit ging es ihm auf die Nerven. Manchmal meldete er sich gar nicht erst, wenn er Zuhause war.
Vor zwei Monaten war er für drei Wochen in Australien gewesen, aufgrund einer Promotiontour und etwas Urlaub. Er genoß die Zeit dort.
Sein Vater und er waren zusammen dorthin geflogen (seine Mutter hatte viel im Job zutun) und hatten wirklich eine tolle ‘Vater-Sohn’-Zeit. Dort hatte er auch das erste Mal ein Gefühl von Freiheit, er war von keiner Person abhängig, die ihm ständig ihre Tagespläne aufzwang. Wenn er einen freien Tag hatte, dann war er auch für ihn und er musste ihn nicht teilen.
Spätestens nach diesem Urlaub wurde ihm klar, dass Jill nicht die Richtige für ihn war. Nun schon sieben Wochen hatte er sich damit herumgeplagt, ihr beizubringen, dass sein Gefühl für sie abgeebbt war.
Als Daniel und sein Vater in der Nacht in London landeten, schrieb er Jill keine SMS und legte sich einfach sofort ins Bett, so erledigt war er von dem langen Flug gewesen. Am darauffolgenden Nachmittag führte er die Hunde Gassi und traf Jill, die gerade auf dem Weg in die Stadt war.
“Dan!! Wann bist du denn gekommen?”, freute sie sich und zog ihn schon wieder mit sich mit.
Er hoffte nun, dass sie jetzt endlich geschnallt hatte, dass es nichts mehr zu retten gab, doch genaueres wusste er natürlich nicht.
Daniel war so in Gedanken verunken gewesen, dass er fast seine Haltestelle verpasst hätte.
“Halt, stop! Sorry, ich muss auch noch raus!”
Peinlich berührt stieg er aus dem Bus und ging schnellen Schrittes nach Hause.
“Oh, Daniel, schon wieder da? Wo hast du denn Jill gelassen?”, fragte seine Mum ihn, als er in der Küche erschien.
Seine Eltern waren gerade dabei zu Abend zu essen.
“Die kann bleiben wo der Pfeffer wächst!”, antwortete Daniel nur und verschwand auf sein Zimmer, wo er seine Bassgitarre nahm und ein paar Mal kräftig in die Saiten haute.
“DANIEL HÖR AUF DAMIT!”, war die Antwort darauf.
Seine Eltern konnte es nicht ausstehen, wenn er solch einen Krach machte, doch er machte es trotzdem immer wieder und musste nun schon wieder grinsen.
Noch einmal ließ Daniel das halbe Haus erzittern. Dabei sah er aus dem Fenster und beobachtete die untergehende Sonne.
“Jetzt reichts!”, hörte er eine Stimme hinter sich. “Her damit, sofort!”
“Hä? Oh, hallo Mum! Ist ja gut, ich hör ja schon auf, das musste grad nun mal sein!”, entschuldigte er sich errötend.
“Neenee, her damit, keine Wiederrede!”, sagte sie und ihr Sohn gab ihr widerwillig seine Gitarre.
“Und jetzt sag mal, was mit dir los ist!”
“Nichts.”, log Daniel, denn er hatte keine Lust darüber zu reden, für ihn war ganz klar, dass Schluss war zwischen ihm und Jill. Da gab es keinen Grund drüber zu reden.
“Jill hat gerade angerufen, sie sagt, sie möchte mit dir sprechen!”
“Du kannst ihr gleich sagen, dass sie mich endlich in Ruhe lassen soll! Ich bin nicht ihr Eigentum, ich habe keine Lust mehr!”
“Nein, mein Lieber, dass machst du schön selber! Ich spiele nicht deinen Postboten hier, merk dir das! Ruf sie jetzt bitte an und kläre das, auf ihren Zickenterror hab ich keine Lust, du weißt wie sie ist!”, maßregelte seine Mutter, drückte ihm das Telefon in die Hand und ging aus dem Raum.
Sie hatte ja Recht, das mochte Daniel an seiner Mutter so gern, sie mischte sich meistens so wenig wie möglich in solche Dinge ein. Er konnte meistens zu ihr kommen, wenn ihm etwas auf dem Herzen lag, doch meistens drehte sie das so geschickt hin, dass er selber alles löste.
Er hoffte, dass seine Kinder später mal genauso eine tolle Mum hätten. Er wusste nicht, wie bald er es wissen würde…
Er rief Jill also an. Sie machte ihm, wie vermutet, eine Szene. Wie er hörte war sie noch bei Roxy und alles hörte ihr bei dem Gespräch zu.
“Jill, ich rede nicht weiter mit dir, solange du vor diesen ganzen Leuten stehst, führ mich nicht vor! Ich bin keine Attraktion.”, sagte er bestimmt, als es ihm zu bunt wurde.
“Du hast mir gar nichts vorzuschreiben!”, zischte sie.
Doch es wurde ruhiger, also war sie seiner Bitte wohl doch gefolgt. Aber verstehen wollte sie nicht, was Daniel schon seit Monaten auf den Senkel ging.
“Komm, Jill, lass mich bitte von nun an in Ruhe. Hiermit sage ich dir offiziell, dass du nichtmehr meine Freundin bist!”, sagte er und legte auf, es war ihm nach einer halben Stunde einfach zu dumm geworden.
Dann ging er nach unten, um sich etwas zum Essen
zu holen.
“Und?”, fragte seine Mutter.
“Ist ein für alle Mal Schluss. Wollte sie zwar nicht so ganz verstehen, aber ich habe es deutlich gesagt.”, und damit war das Thema für ihn erledigt.
In der Nacht hatte er einen sehr komischen Traum. Roxy war bei ihm Zuhause und sie saßen in seinem Zimmer auf dem Sofa und küssten sich unentwegt.
“Du bist die Tollste der Welt!”, sagte er immer wieder.




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