My Heart...

Die nächste Woche war für Daniel so wunderbar schön, dass er dachte, es wäre ein Traum. Von Morgens bis Abends verbrachte er seine Zeit mit Roxy. Sie hörten gemeinsam Musik und chillten. Sie gingen spazieren. Sie gingen schwimmen. Alles, was beide wollten. So gefiel es Daniel sehr gut.
Das hatte ihm mit Jill immer gefehlt. Er war froh, diesen Schritt gegangen zu sein.
Er lernte Roxys Mutter kennen. Eine sehr nette, junggebliebene Frau. Sie lud Daniel zum Abendessen ein und sie unterhielten sich einen ganzen Abend lang.
Er hatte das Gefühl, dass Roxy alles für sie tat. Immer, wenn er anrief und sie sehen wollte, musste sie noch was für ihre Mutter erledigen. Außerdem fiel ihm auf, dass sie nicht so flippig war, wie sie nach ihrem Aussehen sein müsste.
Am nächsten Tag hatte Daniel einen Fototermin und konnte Roxy nicht sehen oder anrufen. Morgens um acht Uhr gings los. Er traf Emma und Rupert dort, da es ein Fotoshoot für den sechsten Harry Potter war, der im November anlaufen sollte.
Sie mußten sich als ihre Charaktäre schminken lassen und umziehen, was schon eine glatte Stunde dauerte. Doch Daniel war dies gewohnt. Er fand es immer lustig, so ernst zu gucken und dann vor der Kamera Zauberstabbewegungen machen zu dürfen.
Mit dem ersten Teil waren sie zum Mittag durch und konnten sich eine Pause gönnen. Daniel wollte Roxy eine SMS schicken, doch dummerweise war sein Akku leer.
“Komisch, der war heut Morgen doch noch halbvoll!”, murmelte er.
Dann zuckte er mit den Achseln und flachste mit seinen Filmkollegen herum. Erst spät am Abend fiel er todmüde auf sein Bett. Da fiel ihm auch sein Handy wieder ein und er schloss es an das Ladegerät an. Nun konnte er es endlich einschalten und Roxy eine SMS schicken.
Doch kaum war es an, vibrierte es ununterbrochen. Er hatte an die zehn SMS empfangen und zwanzig Anrufe in Abwesenheit. Alles war von Roxy gewesen. Er machte sich plötzlich große Sorgen und versuchte sie anzurufen, Zuhause. Keiner da.
Dann probierte er auf ihr Handy anzurufen. Auch nichts. Er stand vom Bett auf und ging zum Fenster. Er konnte von hier aus die kleine Bushaltestelle erkennen und sah auch, dass gerade ein Bus in der Ferne erschien. Er hielt sogar an und zu Daniels Verwunderung stieg Roxy, der einzige Fahrgast, aus und ging schnellen Schrittes auf Daniels Haus zu. Er war total erleichtert, dass e sihr einigermaßen gut zu gehen schien.
Er lief nach unten, damit sie nicht klingelte, doch es war schon zu spät. Die Klingel hallte durchs ganze Haus und Daniel biss die Zähne zusammen.
“Schlaft weiter, Mum und Dad, bitte!”, sagte er so leise er konnte und öffnete dann vorsichtig die Haustür.
Roxy sah schrecklich aus, dicke Augenringe und ihr Gesicht war so blass, als hätte sie seit zehn Jahren die Sonne nicht mehr gesehen.
“Hey, was ist denn passiert?”, fragte Daniel und bat sie ins Haus.
Er machte in der Küche das Licht an und bat sie, sich zu setzen. Sie zitterte am ganzen Körper, obwohl es draußen noch recht warm war.
“Daniel, Mum ist tod!”, sagte sie leise wimmernd.
“Was? Wie? Warum? Weshalb?”, fragte er geschockt.
“Ich habe dir einiges über sie nicht erzählt!”, sagte sie leise.
Daniel sagte nichts, denn es schien ihm, als würde sie sich endlich etwas von der Seele reden wollen.
“Seit vier Jahren ist.. Nein war… Mum krank. Sehr krank. Sie hatte schweres Asthma, da sie viele Jahre Kettenraucherin war, ist das immer schlimmer geworden. Sie hatte am Ende gerade mal einen Viertel ihrer Lunge, der funktionierte.”, fing sie an.
Nun wurde Daniel klar, warum ihre Mutter so oft geröchelt hatte.
“Sie war neulich auch nicht auf Geschäftsreise, arbeiten kann sie schon lange nicht mehr. Sie war im Krankenhaus. Alle zwei Wochen musste sie für einige Tage dorthin. Die letzten Monate über gings ihr immer schlechter. Es tat ihr gestern Abend wirklich richtig gut, dich kennen zu lernen. Sie hatte sich sehr für mich gefreut. Als du weg warst, ist sie zusammengebrochen. Sie hat keine Luft mehr bekommen, Dan, es war schrecklich!”, Tränen bildeten sich in ihren Augen.
“Sie haben ihr im Krankenhaus Schmerzmittel gegeben. Sie hatte sich immer so gequält, weißt du? Ich konnte es nicht mehr mit ansehen. Sie ist so friedlich wie möglich eingeschlafen, heute Morgen um sieben Uhr neununddreißig.”, schloss sie und ließ ihr Gesicht in den Händen versinken.
Daniel sagte nichts, er setzte sich neben sie und nahm sie fest in den Arm. Auch ihm kamen die Tränen, ihre Mutter hatte das so gut verstecken können und ihm soviel Wärme entgegen gestrahlt.
“Ich bin für dich da, Roxy!”, sagte er.
Plötzlich bemerkte er, dass seine Mutter in der Küchentür erschien.
“Was ist denn hier los?”, fragte sie verschlafen.
Erst dann sah sie, dass Roxy in Tränen aufgelöst in Daniels Armen dort saß.
“Ihre Mutter ist gestorben, sie hatte Asthma und die Lunge hat versagt!”, erklärte Daniel leise.
“Oh nein!”, entfuhr es ihr.
In solchen Situationen wusste sie immer gute Dinge. Dinge, die gut tun würden. Nun setzte sie sich einfach dazu und strich ihr über den Rücken.
“Wenn du Hilfe brauchst, du weißt wo wir wohnen!”, erklärte sie.
“Vielen Dank! Das kann ich gut gebrauchen. Wissen Sie, mein Vater ist schon vor zehn Jahren gestorben, bei einem Autounfall. Mein einziger Bruder ist kurz nach der Geburt gestorben, weil er ein Frühchen war. Ich hab keine Großeltern mehr. Ich weiß nicht, was ich anstellen soll!”, weinte sie.
“Erst einmal bleibst du bei uns. Wenn du willst, dann kann ich dir das Gästebett fertig machen. Vielleicht möchtest du heute Nacht ja allein sein?”, fragte sie.
“Nein, es ist schon okay, wenn ich bei Daniel bin. Vielen Dank!”, sagte sie noch einmal.
Sie und Daniel gingen nach oben und legten sich auf sein Bett. Sie schwiegen die halbe Nacht. Daniel hatte sie einfach fest im Arm und bedeutete ihr damit, dass er da war für sie.
Irgendwann, gegen drei Uhr, war er eingeschlafen. Als er gegen neun Uhr am Morgen erwachte, war sie schon aufgestanden.
Er ging ins Bad, doch es war verschlossen.
“Pf!”, grummelte er und ging zurück auf sein Zimmer. Er trug nur eine Boxershorts, deshalb zog er sich ein herumfliegendes T-Shirt über und streifte sich Socken über die Füße.
Dann ging er auf die Treppe zu. Aus dem Bad hörte er Würgegeräusche und blieb angewurzelt stehen.
“Roxy?”, fragte er und klopfte an.
“Alles okay, Dan!”, sagte sie nur und Daniel ging langsam und skeptisch die Treppe runter.
Immer noch hörte er sie würgen.
“Morgen, Mum!”, sagte er, als er in die Küche kam.
“Morgen. Ist sie immer noch im Bad?”, wollte sie wissen.
“Wieso immer noch?”, fragte Daniel verwundert.
“Sie ist vor einer halben Stunde mit der Hand vor dem Mund nach oben gelaufen und seither nicht mehr wieder gekommen!”
Daniel blickte auf einen halb leergegessenen Teller mit Cornflakes. Und runzelte die Stirn.
“Vielleicht wird ihr das alles ja einfach zu viel!”, überlegte Daniel.
Seine Mutter nickte und las die Zeitung weiter.
Erst nach einer Viertelstunde kam Roxy ziemlich bleich und verschwitzt wieder und wollte gerade ihren Teller weiter essen.
“Hey hey, nicht dass das gleich alles wieder rauskommt! Trink lieber den Pfefferminztee.”, kam es von Daniels Mutter.
“Mir geht es gut, das war nur der Stress. Hab ich oft in solchen Situationen!”, winkte Roxy ab.
“Wirklich, trink lieber nen Tee. Stress hin oder her, das da wird deinem Magen jetzt nicht wirklich gut tun!”, und schon hatte sie Wasser aufgesetzt und bereitete eine Tasse vor, in dem sie einen Teebeutel hinein hing.
Willenlos nahm Roxy den Tee an und trank in langsam. Sie sagte nichts mehr. Plötzlich weiteten sich ihre Augen und schon wieder war sie ins Bad verschwunden.
“Was ist mit diesem Mädchen bloß los?”, wurde Daniel von seiner Mutter gefragt.
“Och, ihre Mutter ist gestern GESTORBEN!?”, sagte er wütend.
“Ich weiß, aber deswegen kotzt man sich nicht seine Seele aus dem Leib, mein lieber Sohn!”, erwiderte sie bissig.




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